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Kaffee als Zahlungsmittel
Ende des 15. Jahrhunderts, als Kolumbus Amerika entdeckt
hatte, erlebte Venedig eine regelrechte Krise. Als Folge dieser Wirtschaftskrise
kosteten Kaffee und indischer Pfeffer in Alexandria achtzig Golddukaten pro Doppelzentner,
während dieselbe Menge in Lissabon, trotz des längeren Umsegelungswegs
um Afrika herum, nur zwischen zwanzig und dreißig Dukaten kostete. Die Landwege
in den Orient waren für die Venezianer nicht mehr passierbar. Die einzige
zukunftsträchtige Einnahmequelle schien von nun an der Import von Kaffee
zu sein, jener neuen Droge, die Venedig aus Äthiopien und dem Mittleren Orient
beziehen konnte. Mitte des 16. Jahrhunderts begannen die venezianischen Galeeren,
Kaffee sackweise nach Venedig zu bringen. Der Kaffee wurde in Venedig geröstet
und weiter in alle Regionen Europas versandt. Spanien, das ebenfalls eine bedeutende
Handelsmacht war, hatte zwar das Aztekenreich erobert, aber im mexikanischen Hochland
konnte wegen der starken Temperaturschwankungen und der geringen Niederschläge
kein Kaffee angebaut werden. So wurden die wertvollen Bohnen vor allem im Handel
mit Spanien regelrecht zu Geld.
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